Happy Schnitzel

Scratching at the surface now.

Dezember 1, 2009 · Kommentare sind deaktiviert

Das Glasscherbengefühl im Hals, in aller Herrgottsfrühe. Das erste Türchen und meine verpassten Worte aus Ralf Richters Mund. Dass sich die letzten Meter immer so sehr wie die letzten Meter anfühlen müssen, buckelpistig in der Abfahrt. Ausnahmsweise alles richtig gemacht, wann ist man sich da schon mal sicher, diese fünf Minuten sollte man sich im Kalender anstreichen. Wie das wirklich ist mit dem Heranschleichen, für wen man dem Universum stundenlang applaudieren würde, und für wen nur ein paar Minuten. Die ungeschriebenen Briefe, nicht durch 140 Zeichen zu ersetzen, egal, wie sehr man das versucht. Der Körperfasching und der Pinienhain im Wasser, schaumigwarm. Die Liste mit dem Wollen ist lang genug; der Trick ist, sie trotzdem nicht aufzuschreiben im luftleeren Raum auf Zeit. (Sie waren übrigens im Schrank, ganz unten. Wo sonst.)

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Never forget.

November 27, 2009 · Kommentare sind deaktiviert

(via Happy Akzidenz)

Jedes Wort, das du sagst und schreibst, ich höre und lese es genau. Die Antwort dauert nur eine Weile, sie soll nicht hingeschleudert daherkommen. Bedachte Wortwahl dauert. Die wahren Worte sind nicht immer die schönsten, das waren sie noch nie. Alles, was ich sagen will, und alles, was angemessen wäre, nicht mehr und nicht weniger. Nicht zuviel, und nicht zu wenig. In der Zwischenzeit ein brombeerfarbenes Streicheln in Gedanken, stell es dir einfach vor. Du bist stärker als das. Dafür würde ich jede Wette eingehen, hätte ich einen Wetteinsatz, der dafür angemessen wäre. Wie weit du gekommen bist, ein Strampeln und ein Ziehen, ein Zerren und ein Weglaufen, immer noch ein paar Meter weiter, ohne es selbst richtig  zu bemerken. Nach jedem Stolpern kann ich dich ein Stück Huckepack nehmen, hundertkilometerweit, wenn es nötig ist. Du bist viel stärker als das. Dauert nur noch ein bißchen, es dauert immer ein bißchen.

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A dictionary for boys. And girls.

November 22, 2009 · Kommentare sind deaktiviert

Dass man anscheinend nicht immer die richtigen Töne trifft, und nicht mehr weiß, ob das am Sender oder am Empfänger liegt. Oder an beiden. Dass man mittlerweile immer noch nichts mit all den Regeln der Zwischenmenschlichkeit anfangen kann, aber sich trotzdem noch davon irritieren lässt. Man darf soundsoviele Tage lang nicht anrufen, und wenn man dann anruft, sollte man so unbeteiligt und lapidar wirken, wie man es nur kann, wenn man das überhaupt kann, unbeteiligt und lapidar wirken. Oder sein. Dass man noch viele Jahre davon entfernt ist, ein Reiheneckhaus, einen goldenen Ring und einen Braten in der Röhre zu wollen, vor allem nach den ersten paar Treffen. Falls man das überhaupt je wollen sollte, später. Vielleicht braucht man ein Lexikon für die eigenen Sätze.

„Was machst du denn am Wochenende?“ – Was es heißt: Ich finde dich so sympathisch, dass ich meine Wochenendfreizeit gerne mit dir teilen würde. Je nachdem, wie du deine restliche Zeit verplant hast, böte sich sowohl eine Abendveranstaltung in einem Etablissement unserer Wahl an, als auch eine nachmittägliche Verabredung, bei der wir durch die Stadt streunen könnten. Im Trachtenvogl Pfefferminzkakao trinken und dann spazieren, bis uns die Füße weh tun, am Hofgarten an den Boulespielern vorbei, Richtung Englischer Garten. Falls das Wetter schön ist, könnten wir auf einer Parkbank sitzen, den anderen Menschen hinterherschauen. Und wenn es sich ergeben sollte, dass wir uns immernoch so gut verstehen, wäre das der ideale Ort, um unverbindlich zu knutschen. Auf Parkbänken knutscht es sich immerhin noch  am allerunverbindlichsten. Was es nicht heißt: Endlich habe ich in dir ein wehrloses Objekt gefunden, dass ich an seinen Haaren in mein Lebkuchenhaus zerren möchte, um ihm dort Fußfesseln anzulegen und es unter meinen Pantoffel zu stellen.

„Kommst du noch mit zu mir?“ – Was es heißt: Das war ein schöner Tag bis hierhin. Ich will nicht, dass es einfach so aufhört. Du könntest mitkommen, dahin, wo ich hingehe. Wir könnten die ganze Nacht reden, über die Bücher, die uns viel bedeuten, und ich könnte dir etwas vorlesen. Wenn du nicht schlafen kannst, spiele ich dir ein paar Lieder auf meiner Magic Guitar vor, obwohl die Batterien leer sind. Wenn du bleiben willst, kannst du eine eigene Zahnbürste haben, und einen Kaffee. Wenn der Kühlschrank das hergeben sollte, auch ein Frühstück. Und wenn es sich ergeben sollte, dass wir uns immernoch so gut verstehen, wäre das der ideale Ort, um ein paar Quadratmeter Haut zu zeigen. Alles kann, und nichts muss. Das gilt hier in der Dunkelheit immernoch. Was es nicht heißt: Das mit uns ist ab sofort in Stein gemeißelt, ab jetzt spielen wir bei Pärchenabenden mit unseren Freunden in Zweiergruppen Monopoly, und nächste Woche stelle ich dich meinen Eltern als ihren neuen Schwiegersohn vor. Wobei das zugegebenermaßen schon zum Verwechseln ähnlich klingt.

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You keep answering questions that have not yet been asked.

November 21, 2009 · Kommentare sind deaktiviert

Alles ist gut, will ich sagen, während du Stoppschilder am Straßenrand aufstellst, obwohl niemand auf dem Gaspedal steht. Oder überhaupt den Zündschlüssel im Schloß umgedreht hat. Diese Antworten auf Fragen, die niemand gestellt hat und die auch niemand so schnell gestellt hätte. Dieser Schutzwall um dich, der dich vor mir schützen soll, obwohl er vorgibt, mich vor mir zu schützen. Komm nicht näher, steht da in großen, neonleuchtend blinkenden Buchstaben. Als hätte ich die Absicht, dich mit einer Planierraupe zu überfahren, theoretisch und praktisch. Ratlosigkeit ob der Tatsache, dass ich gar keinen Planierraupenführerschein habe. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu durchbrechen. Nur für den Fall dass. Eventuell. Hätte ja sein können. Hat so auf mich gewirkt, als würdest du. Dauert ein bißchen, die Erkenntnis, dass das alles hier nichts mit mir zu tun hat. Manchmal ist das Herz einfach eine miese Gegend, auch ohne Planierraupierungen. Das hört auf. Versprochen. In der Zwischenzeit hilft Musik. Und einfach mal durchatmen, gelegentlich.

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I know what you’re about.

November 15, 2009 · Kommentare sind deaktiviert

drop

Mit dir zu reden ist wie gegen eine Wand zu sprechen, eine Wand, die gelegentlich antwortet, es klingt teilweise interessiert, kommt aber nicht an in deinem Zement. Du bist eine fest verputzte Wand, eine, an die man mit einem Edding oder einer Dose Sprühfarbe seine Spuren hinterlassen könnte, aber nie mit meiner Stimme. Dass ich es immer wieder versuche, hinzureden und schönzureden, das ist ein Relikt aus den vermeintlich guten Zeiten, in denen wir beide über die gleichen Dinge sprachen und uns noch meinten. Wir meinten uns wirklich. Und doch, du bist mehr als eine alte Gewohnheit, mehr als ein Reststück aus der Vergangenheit, auch wenn ich nicht sagen kann, was genau. Die meisten Konversationen zwischen uns klingen immer, als wäre das unser letztes Gespräch, aber du verabschiedest dich nie. Du schleichst dich aus unseren Unterhaltungen, wie aus meinem Leben, als würde ich es dann nicht merken. Auffällig unauffällig. Jedes Mal stehe ich da, versuche nicht hinzusehen, wenn du gerade versuchst, die Schuhe anzuziehen, leise, damit ich es nicht mitbekomme. Jedes Mal nehme ich mir vor, nicht als Erster zu blinzeln. Dich gehen zu lassen. Es dir dabei richtig einfach zu machen. Mich nie wieder zu melden.

Und dann ist es die heile Welt, in der wir in Hütten sitzend Flanellpyjamas tragen und überdimensionale Bratenstullen verzehren, unserekleinefarmig und schön, nur nicht so spießig. Ich bin dein Einmannkasperlepuppentheater, eine Aneinanderreihung schillernder Wortwitze, um dein raumfüllendes Lachen zu hören. Wenn du lachst, klingt es, als würde etwas in dir explodieren, etwas Schönes, etwas Großes. Ein Geräusch, das süchtig macht. Wenn ich lache, klingt es wie eine Mischung aus einem Maschinengewehr und Flipper. Zusammen klingen wir wie ein Bombenangriff auf Sealife, nur mit guten Pointen. Unerträglich für die Umwelt, viel zu viel von allem. Genau richtig also. Du fehlst mir schon, während du noch deine Schnürsenkel bindest, auffällig unauffällig.

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November 13, 2009 · 5 Kommentare

s746

100 % Nickihosenfrieden. Mit passendem Nickihosensoundtrack.

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Consider it all, first.

November 12, 2009 · 3 Kommentare

d

Man kann aus Mettwurst kein Marzipan machen. Sagt der Großmeister der Alltagsweisheiten. Wieso man das überhaupt sollte. Mettwurst ist weitaus sympathischer als Marzipan, wer mag schon Marzipan? Nicht in den kleinen Schichten im Dominostein, die Rohmasse, ohne Schokoladenschutz. Und doch, wenn man vor die Wahl gestellt würde, ein ganzes Kilo Mettwurst pur oder ein Kilo Marzipanrohmasse zu essen – es ginge um etwas, etwas Wichtiges, denn in Gedankenexperimenten, da muss es immer um wichtige Dinge gehen, das ist die Grundvoraussetzung – was wäre es dann? Nicht wirklich wichtig in der Realität, einerseits. Andererseits verdienen die Dinge, zu Ende gedacht zu werden. Meistens kommt man nicht dazu. Angedachte Gedanken liegen in den Hirnwindungen wie angekaute Brezenstücke, nach ein paar Tagen oll und hart, Entenfutter ohne Zugang zu hungrigen Enten. (Gibt es das eigentlich, unhungrige Enten? Können die nicht immer essen? Ich kenne nicht sehr viele Enten persönlich.) Bei der nächsten Gelegenheit sollte man sich die Zeit nehmen, alles zu Ende zu denken, all die angehäuften Gedankenpartikel, die rauen und die weichen, die groben und die feinen, die zähen und die geschmeidigen, damit nichts übrig bleibt, kein Bodensatz am Hirneingang. Und auch keine Mettwurst.

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It will steal your innocence, but it will not steal your substance.

November 9, 2009 · Kommentare sind deaktiviert

s081

Ein Lachen, dein Lachen. In der Zwischenzeit bin ich das noch, und ich bin es nicht mehr. Was es mit einem macht, dieses Kaumessen und Schlechtschlafen, Augenringe und sieben Kilo weniger, so dass einen die besten Freunde nach einigen Wochen kaum noch erkennen. Dass man die meisten Dinge ohne großen Verlust in einen Kleidersammlungssack steckt. Dass man manchmal ewig vor dem Spiegel steht und einfach nur schaut, weil man es kann. Dass ich mich von so vielen Dinge verabschiede, von der Lebensphase, von ominösen Luftschlössern, dem Sommer und dem Lachen, diesem grenzdebilen, allumfassenden Lachen.

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To make the noise that I kept so quiet.

November 4, 2009 · Kommentare sind deaktiviert

wasman

Man tut, was man kann. Meistens reicht es nicht, oder es fühlt sich wenigstens so an. Dass es nie reicht, weil man nicht zu denen gehört, die sich einfach so zufrieden geben, egal mit was. Höher, schneller, weiter, besser, mehr von allem. Ist schon mehr? Könnte noch mehr sein. Die Phasen, in denen das Mehr übersprudelt wie die vergessene Milch auf dem Herd, so viel, dass man sich daran gewöhnt und denkt, das könnte jetzt immer so sein. Die Ernüchterung, wenn man sich im Untendrunter wiederfindet. Below the line, das ganze Jahr über, eins von denen, an die man sich später nicht mehr so richtig erinnern wird, retrospektiv sehen diese Jahre immer anders aus, beschönigt. Solche Jahre will man nicht gehabt haben, man war kaum dabei. Dass die Etappenziele, wegen derer man nicht schlafen konnte die ganze Zeit, alle nach und nach bezwungen sind. Irgendwie mit Happy End, erfolgreich, von außen. Innen die Leere, gefüllt mit den ungesagten Sätzen an die unvertragenen Menschen, weil man sich in Emails nie ausspricht. Die, die ich mit mir rumtrage wie die vermeintlichen Geister in einem  leer stehenden Haus. Die Mauer geht immer hoch, bevor ich überhaupt irgendetwas von Bedeutung gesagt hätte, als würde das alles nichts bedeuten. Als würde mir das alles nichts bedeuten. Noch nie hat irgendwas nichts bedeutet. Die Sätze, die eigentlich euch gehören, ich hebe sie auf, eine Weile noch zumindest. Ich hebe sie auf. Irgendwann bahnen sie sich ihren Weg nach draußen, an einen völlig anderen Ort, in einem anderen Zusammenhang, am Ende werde ich darüber lachen, als hätte das alles nichts bedeutet, eine schlechte Angewohnheit. Bis dahin hebe ich sie auf. Man tut schließlich, was man kann.

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Broken Flowers.

Oktober 25, 2009 · Kommentare sind deaktiviert

f

Jedem einzelnen Strauß beim Verwelken zusehen, als ginge das sowieso nicht schon schnell genug. Den Weg nicht ganz heil überstanden, kleine Einrisse am Rand. Was einem das sagen soll. Diese Tage und Wochen, die nichts übrig lassen, nichts Nennenswertes. Eine Aneinanderreihung kleiner Ausflüge, in denen man in eine Betonmischmaschine springt und wider jeglicher Gesetzmäßigkeit versucht, eine Runde nach der anderen in der zähen Masse zu schwimmen. Wie lange man das so machen kann. Eine Weile noch, zumindest.

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Yesterday I got lost in the circus.

Oktober 11, 2009 · Kommentare sind deaktiviert

h1

h2

Zwischenzeitlich aus Versehen zum Sonntagsblogger geworden. Digital auf der rechten Spur der Datenautobahn höchstens 80 fahrend, weil die Tage immer länger und die Nächte kürzer werden. Unabhängig von der Dunkelheit, manchmal ist der Tag mehr lang als das Licht hell ist. Dazu die großen Umwälzungen und die Sehnsucht nach einem Garantieschein. Zwei Jahre Reklamation möglich auf alle getätigten Entscheidungen, Rückzahlung der Lebenszeit all inclusive. Dass einen etwas so determinieren könnte, auf Dauer, obwohl etwas determinierter sein eigentlich eine gute Sache wäre. All die Konjunktive, wenn man zu viel Zeit hat, um über alles nachzudenken. Immer bleiben die Dinge hellschwarz oder dunkelweiß, aber niemals grau, denn grau, das ist eine Farbe für andere. Als Mann Mitte 40, mit einem Bauchansatz und kleinen Geheimratsecken, ich kaufte mir einen sportlichen Wagen und setzte mir eine lächerlich jung wirkende Blondine auf den Beifahrersitz, wir  würden umher fahren, und alle würden genau wissen, dass ich ihr Vater sein könnte und es doch nicht bin. Dass es mal wieder nur für diese Situation eine solche Lebensentwurfsordnung gibt, problematisch. Es scheitert alles an meiner Nichtmannmittevierzigkeit.

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You carry me along with your load.

September 27, 2009 · 11 Kommentare

lichter

„Hier endet meine Reise zu den Männern. Sie endet bei dir. Mit dir nehme ich Abschied von allen, die mal meine Liebhaber waren und allen, die noch kommen wollten. Kein großer Bahnhof nötig. Du bist mein letzter Mann. Die Reise ist vorbei. Ich bin angekommen.

Mach dir keine Gedanken. Schon gar nicht, warum ich dir dies auf Kassetten spreche. Man soll sie dir vorspielen, solange ich weg bin. So werde ich nicht wirklich weg sein.

Und stör dich nicht daran, dass ich ein Wort so verschwenderisch gebrauche, mit dem du so geizig warst. Ich will dir die Liebe erklären, wie man den Krieg erklärt. Das heißt, die Liebe kann ich dir nicht erklären, nur meine. Ich erkläre sie dir in alten Vokabeln. Es geht nicht anders: Wer liebt, wechselt das Jahrhundert. [...]

Ich sehe dich an. Du am Fenster, ich hier. In meiner Vorstellung sind wir wieder zusammen, hier in unserer Wiener Wohnung. Ich könnte so ruhig sein. Könnte barfuß gehen, dich von hinten umarmen und halten. Du könntest mich später mit deinem Flüstern zum rauschenden Regen in den Halbschlaf schaukeln. Wir könnten weiter ein Leben im Konjunktiv führen, wie es Kinder spielen: Du wärest der Mann und ich die Frau, und du kämst nach Hause und ich würde schon da stehen und wir hätten…

Du fehlst. Du fehlst, dass es schmerzt, unentwegt. Aber eigentlich hast du immer gefehlt. Du warst nie genug. Es ist nie genug.

(Roger Willemsen: Kleine Lichter, Fischer Taschenbuchverlag 2005, S. 5/6)

Wie das ist, wenn einer übrigbleibt, und mit ihm die Gefühle. Ausnahmsweise nicht, weil der andere sich fortgeschlichen hat, und das eigene Herz nun eine miese Gegend geworden ist, sondern weil er im Koma liegt, und Valerie Kassetten für ihn bespricht mit all den Dingen, die sie schon lange sagen wollte. Keine Ahnung, wann mich ein Buch das letzte Mal von Anfang an so berührt hat, mit all den Wahrheiten, den schönen und den nicht so schönen. Keine Ahnung, wann ich das letzte Mal schon auf Seite 40 so sicher war, dass es keine Möglichkeit gibt, dieses Buch nicht zu kennen, und es immer wieder zu lesen. Vermutlich – noch nie.

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1001 rules.

September 20, 2009 · 8 Kommentare

t

Es gibt zwei Formen der Begeisterung, die milde Begeisterung und die wilde Begeisterung. Die milde Begeisterung ist ein warmes Lächeln, wenn ein Plan funktioniert, und die Dinge sich plötzlich gedreht haben. Die wilde Begeisterung ist ein spontanes emotionales Flammenmeer, weil da etwas ganz Großartiges ist, das einem da in den Weg stolpert. So wie 1001 rules for my unborn son – Let’s get some things straight before I get old and uncool, ein wahnsinnig sympathisches Projekt, das nicht nur für ungeborene Söhne ganz großartige Regeln und sehr schöne Bilder parat hält. Manche dieser Regeln möchte man sich direkt in ein Kissen sticken, um sie nie wieder zu vergessen. Bevor das dazugehörige Buch da ist, das man sich wie eine zweite Bibel auf den Nachttisch stellen kann, hier schon mal ein paar Regeln zum Auswendiglernen:

121. Men should not wear sandals. Ever.

127. Know her dress size. Don’t ask.

133. On stage is no time to be shy.

335. If you’re good at something, never do it for free.

355. Never request a joke or an impression. They’re never as good on command.

367. You marry the girl, you marry her whole family.

376. If you need music on the beach, you’re missing the point.

378. It’s not a gang without the cool girl.

389. After writing an angry email, read it carefully. Then delete it.

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The one and only Twitterlesung #ffm09.

September 13, 2009 · 3 Kommentare

Was für ein Abend. Mit kleinen Anlaufschwierigkeiten und verspäteten Flugzeugen, dem einen oder anderen eher speziellen Moment – aber auch ganz vielen großartigen Momenten und grandiosen Begegnungen. Diese Menschen aus dem Internet, man stellt sie sich ja immer irgendwie vor, und manchmal sind sie dann noch viel toller in Echt. Am Ende sind es diese Menschen, die das Internet ausmachen. Die sozusagen das Social in Social Media putten.

Ein guter Moment, um nochmal Danke zu sagen – dem Publikum; allen Menschen, deren großartige Tweets wir an diesem Abend vorlesen konnten; Nils für die tolle Organisation, den Mobile Sessions für die freundliche Unterstützung, die diesen Abend für uns erst möglich gemacht hat; Heiko für die erheiternde Reisebegleitung; und last but not least dem Team – Melanie, Jan-Uwe, Björn und Michael – you made my day. Nicht zu vergessen Paul – für die wahnsinnig schönen Bilder, die vielleicht dafür entschädigen, dass man im Livestream kaum etwas erkennen konnte: So sah es dort also aus.

Update: Mellcolm hat auch noch einen Bericht über unseren kleinen Ausflug geschrieben.

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Overexcited & underprepared.

September 9, 2009 · 4 Kommentare

Tv

Eigentlich wollten wir das gar nicht machen, die Sache da mit der Lesung, in Frankfurt. Aber dann war da diese Idee, und irgendwie hat es sich dann verselbständigt. Jetzt ist das schon übermorgen, und ja, was soll ich sagen. Das letzte Mal, dass ich vor so vielen Menschen gesprochen habe, war 2004, das Lampenfieber war komaverdächtig, trotz damals monatelanger Proben. Diesmal üben wir aufgrund der äußeren Umstände erst auf der Hinfahrt gemeinsam. Der Abend steht also unter dem Motto „Mit Pauken und Trompeten in den Untergang“, für alle Frankfurter live im Nusoul, für ganz Restdeutschland im Livestream ab 21 Uhr. Das wird sowas wie die blonden Mumien von Marbella vom Lästerpotential, wenn ihr wisst was ich meine. Das sollte man nicht verpassen.

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