
Mit dir zu reden ist wie gegen eine Wand zu sprechen, eine Wand, die gelegentlich antwortet, es klingt teilweise interessiert, kommt aber nicht an in deinem Zement. Du bist eine fest verputzte Wand, eine, an die man mit einem Edding oder einer Dose Sprühfarbe seine Spuren hinterlassen könnte, aber nie mit meiner Stimme. Dass ich es immer wieder versuche, hinzureden und schönzureden, das ist ein Relikt aus den vermeintlich guten Zeiten, in denen wir beide über die gleichen Dinge sprachen und uns noch meinten. Wir meinten uns wirklich. Und doch, du bist mehr als eine alte Gewohnheit, mehr als ein Reststück aus der Vergangenheit, auch wenn ich nicht sagen kann, was genau. Die meisten Konversationen zwischen uns klingen immer, als wäre das unser letztes Gespräch, aber du verabschiedest dich nie. Du schleichst dich aus unseren Unterhaltungen, wie aus meinem Leben, als würde ich es dann nicht merken. Auffällig unauffällig. Jedes Mal stehe ich da, versuche nicht hinzusehen, wenn du gerade versuchst, die Schuhe anzuziehen, leise, damit ich es nicht mitbekomme. Jedes Mal nehme ich mir vor, nicht als Erster zu blinzeln. Dich gehen zu lassen. Es dir dabei richtig einfach zu machen. Mich nie wieder zu melden.
Und dann ist es die heile Welt, in der wir in Hütten sitzend Flanellpyjamas tragen und überdimensionale Bratenstullen verzehren, unserekleinefarmig und schön, nur nicht so spießig. Ich bin dein Einmannkasperlepuppentheater, eine Aneinanderreihung schillernder Wortwitze, um dein raumfüllendes Lachen zu hören. Wenn du lachst, klingt es, als würde etwas in dir explodieren, etwas Schönes, etwas Großes. Ein Geräusch, das süchtig macht. Wenn ich lache, klingt es wie eine Mischung aus einem Maschinengewehr und Flipper. Zusammen klingen wir wie ein Bombenangriff auf Sealife, nur mit guten Pointen. Unerträglich für die Umwelt, viel zu viel von allem. Genau richtig also. Du fehlst mir schon, während du noch deine Schnürsenkel bindest, auffällig unauffällig.






























