
Von hier aus ist kein Stück Himmel zu sehen, nur drei Milliarden Blätter und das rote Leuchten der Rutsche im Nachbarhof. Idyllisch, so hatte man sich das vorgestellt, das Leben in der halben Wildnis, Vogelgezwitscher und Eichhörnchen direkt vorm Fenster. Im Winter, als die Bäume noch nackt und unbeblattet waren, fiel das nicht so auf, da war genug Sonne und Himmel und Schneesturm für alle da. Jetzt muss man einen Schritt nach draußen treten und den Kopf bis zum Anschlag in den Nacken legen, um einen winzigen Ausschnitt des sommerblauen Himmels sehen zu können, wolkenfrei und ohne Flugzeugkondensstreifen. Und auf einmal wünsche ich mir viel mehr Blau in meiner Aussicht, mehr Wolken und mehr Sonne, ein allumfassendes Paket.
